Das Trommelamt wurde vom UN-Sicherheitsrat ins Leben gerufen, um die Menschheit vor der Katastrophe zu bewahren.


Neues aus der Playmobeat-Ecke:
14. Dezember 2015


Was es mit dem Trommelamt auf sich hat, seht ihr hier:


Bis die Tage, Andi, Chris und David






Andi Bühler schreibt

Die Montags-Kolumne


Mit einem kleinen Neid-Anfällchen blicke ich an diesem heutigen Rosenmontag in die Zeitung und sehe, dass im ganzen Land Fasching, Fasnet oder Karneval gefeiert wird.
Die fünfte Jahreszeit. Seit meiner Kindheit bis ins hohe Jugendalter waren mir diese sechs Tage jedes Jahres die liebsten. Ausnahmezustand, Lautsein, alle Leute, die man irgendwie, und sei es im Entferntesten, kennt, umarmen und sich stundenlang über den Blaskapellen-Sturm hinweg ins Ohr schreien. Inhalt unwichtig. Tagelang Trinken und sich um nichts Sorgen machen. Und das Schönste an der Sache – Verkleiden!
Die Schattenseite: danach ist man pleite und für ein paar Tage kämpft man mit einer neu errungenen Stufe von Dummheit, an die man sich erst langsam gewöhnt.
Trotzdem, es ist einfach schön. Und deshalb grüße ich alle, die heute auf der Straße ihr Unwesen treiben und denen mal wieder für ein paar Tage gemeinsam alles egal ist. Hauptsache man lacht und ist glücklich. Seit nunmehr fünfzehn Jahren war ich nicht mehr dabei, aber schlauer bin ich deshalb nicht. Da kann ich doch nächstes Jahr genauso gut wieder einmal in den Schnellzug steigen und mitmachen.
Ich fang noch heute an, mein Kostüm fürs nächste Jahr zu nähen. Narri!!!






Und das gab's letzte Woche:

David Pätsch schreibt

Die Montags-Kolumne


Ohne Worte
Man sagt, dass sich Liebende ohne Worte verstehen. Guten Bands wird nachgesagt, sie würden intuitiv musizieren. Staaten neigen dazu mit Worten Krieg zu führen.
Um Worte oder ihr Fehlen ging es auch bei meiner letzten Beschäftigung.
Letzte Woche gab ich einen Workshop für Gymnasiasten aus Berlin.
Es sollte, wer hätte es gedacht, um Schlagzeug und Percussion gehen.
24 Junge Erwachsene standen hinter ihrem Instrument. Für viele war es ein neues Erlebnis, da die wenigsten eine musikalische Vorbildung besaßen.
Seit ein paar Monaten gibt es Willkommensklassen in denen Flüchtlinge, Bewerber für einen Asylstatus und Diplomatenkinder Deutsch lernen.
Eine interessante Mischung besonders, da 10 Teilnehmer meines Kurses auch aus diesen Klassen stammten.
Gleich zu Beginn war klar, dass viele Ethnien, Religionen und Sprachen vertreten sind. Das scheint kein Problem für einen Ureinwohner Neuköllns, der versucht selbst in einem Wortwechsel zwischen sturzbetrunkenen Spaniern (gewählter Sprachmodus Lallen, Spanisch und Katalanisch) und einem übernächtigten Spätibetreiber (Gesprächsmodus wortkarges Serbokroatischdeutsch) ein sinnvolles Gespräch zu entdecken. Unterrichten in einer Schule bedarf eines höheren Levels an Kommunikation, dachte ich. Nach einigen Bestrebungen einen Dolmetscher für Persisch, Arabisch, Russisch und Berlinerisch zu bekommen, habe ich den Schülern die Aufgabe gegeben, sich ihrem Gegenüber ohne diese Hilfe verständlich zu machen.
Sämtliche Ideen darüber was, wann und wie gespielt wird, entscheiden die Teilnehmer. Ich unterstütze und rege an. Natürlich stelle ich die Fragen, die die Schüler genau dahin bringen, wo ich sie haben will. Das nennt sich wohl Pädagogik. Irgendwann werden die Lernenden hinter diesen Trick kommen und sich verweigern. Bis dahin habe ich Arbeit.
Es gab eine Menge zu erklären und so sprachen die Teilnehmer miteinander ohne sich mit Worten zu verstehen. Jeder entwickelte seine eigene Zeichensprache, bei der sich ein schauspielerisches Talent von Vorteil erwies. Erstaunlicher Weise funktionierte es schon nach einer Stunde reibungslos. Nach drei Arbeitstagen und einer Aufführung ging der Workshop mit einer Erkenntnis zu ende: manchmal ist es besser, sich in einer Sprache zu begegnen, die für alle neu ist. Dort kann keiner auf seine Aussprache und Deutungshoheit beharren. Vielleicht wäre das etwas für Klienten von Paartherapeuten und Politikern.






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