Neues aus der Playmobeat-Ecke:
25. Februar 2014


Kann unser Berlin standhalten?

Am 14./15./16. März erwarten führende Meterologen ein Trommelgewitter in bisher noch nie dagewesenem Ausmaß.
Die frühlingsähnlichen Temperaturen ließen in der Antarktis das Hoch “Playmobeat” entstehen, welches sich mit Orkanböen von bis zu 1456 Bpm auf die deutsche Hauptstadt zubewegt.
Am 14.3. wird das Hoch “Playmobeat” auf Kreuzberg treffen, wo es für drei Tage für Verwüstungen und Chaos sorgen wird.
Sicherheitsexperten raten, sich direkt ins Zentrum des Sturms (Ohlauer Straße 43) zu begeben – wem dies nicht möglich sein sollte, dem Gnade Rübezahl!!!


Bis die Tage, Andi, Chris und David






David Pätsch schreibt

Die Montags-Kolumne


“Ein Mann liegt neben mir im Bett. Er schnarcht, trägt eine Augenbinde und hat den Kopf auf sein Kuschelkissen gebettet.” So oder so ähnlich könnten viele Tagebucheintragungen von mir beginnen. Mein Leben war voller Übernachtungen in Hotels und Pensionen, manchmal zusammen mit einem Bettnachbarn, der vorzugsweise ein Musikinstrument spielt und mit dem ich tagsüber die Bühne teilte, aber auch oft alleine.
Heutzutage bin ich, durch die verschieden Schlafsituationen, ein Aufwachprofi. Keine Verwunderung über ungewohnte Umgebungen und Situationen meinerseits.
Wenn ich am Abend vorher in einer Bahnhofspension eingeschlafen wäre und am nächsten Morgen in einem Zelt neben dem Gipfelkreuz der Zugspitze
den harten Unterboden spüren würde, wäre mein erster Gedanke: “Nicht schon wieder eines dieser Eventhotels.”
Wo bin ich demnächst untergebracht?
In einem U-Boot, einem Erdloch, in einem Raum ohne Fenster?
Wie wäre es, mal ganz privat untergebracht zu sein? Bei jemandem zu Hause. Zuhause ist dieses merkwürdige Gebilde, wo man Nahrungsmittel für mehrere Tage einkauft, weil man dort hin zurückkehrt. Ich mag das sehr. Mit Bildern an der Wand, zu denen man einen Bezug hat, und Gegenständen, deren Geschichte man kennt. Nein, ich meine nicht deren Herstellung in China, sondern wann man die Gegenstände fand, kaufte, das erste Mal benutzte und mit wem. Und falls es nicht die eigenen vier Wände sind, kann der Gastgeber darüber Auskunft geben.
Ein Gespräch, welches mir mehr bedeutet als die deprimierende Aussicht aus dem elften Stock einer Hotelkette in das gegenüberliegende sterile Schlafzimmer einer weiteren Hotelkette, wo ein anderes Exemplar aus der Familie der Hominidae nächtigt.
So bin ich trotz aller Entfremdung gerne unterwegs, wenn der Tag in einem Zuhause endet, welches die Heimat eines anderen Menschen ist.






Und das gab's letzte Woche:

Andi Bühler schreibt

Die Montags-Kolumne


Vergesst das “Hotel Europa Prag”, das “Four Seasons Paris”, das “Dakota New York” oder das “Adlon Berlin”.
“Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen” is The Place To Be!!!
Da wir am vergangenen Samstag zum Drums- & Percussionfestival in Altenkirchen eingeladen waren, hatten wir die Chance, in den Genuss der Serviceleistungen dieser weitläufig unterschätzten Einrichtung zu kommen.
Einige von euch werden sagen “hey, die Köpfe des Kreativbüros, das die Ausschreibung der Herberge zur Hotelnamensfindung und zur Bewerbung nach außen gewonnen hat, sollten sämtlich auf den Mauern der Stadt zur Abschreckung aufgespießt werden”.
Aber ganz falsch – das ist Teil der Taktik. Wenn der Laden anstatt “Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen” “Hilton de Ville Altenkirchen“hieße, könnten sich die Mitarbeiter und Hotelmanager vor dem Andrang der Roll Royces und Jaguars gar nicht mehr retten. Stattdessen fährt man die Underground-Taktik. Die unzähligen Michelin-Sterne verstecken sich hinter einer unscheinbaren Fassade und einem fast zweifelhaften Namen. Ein Insidertipp.
Doch dies ist nun vorbei. Ich gehe hiermit an die Öffentlichkeit und sage der Welt: Die Evangelische Landjugendakademie ist das beste Hotel der Welt! Vermutlich des ganzen Sonnensystems.
Es gibt ein Hauptgebäude, wo man freundlich von den Damen der Rezeption begrüßt wird, dazu drei Nebengebäude (in verschiedenen Farben gehalten), die weitere Gästezimmer und Gemeinschaftsräume bieten. Alle Zimmer sind lieblich einfach gehalten und man hat alles, was man braucht.
Die drei Schlüssel, die jeder Gast vertrauensvoll überreicht bekommt, bieten Zugang zu sämtlichen Räumen der Einrichtung. Zu allen!
Das Personal ist freundlich, die Zimmer riechen nicht und man ist sich einige, dass man als gehobenere Gesellschaftsschicht Dinge wie Wellness- und Saunabereich nicht nötig hat.
Aber was hebt diesen Ort dann von den Kempinskis dieser Welt ab? Ich will es euch sagen.
In welchem Hotel dieser Welt kann man sein Auto direkt vor seiner Zimmertüre parken? Durch welches Hotel schleicht man nachts um drei mit leerem Magen und findet im Speisesaal, der “zufällig” nicht abgeschlossen ist, noch die halbgefüllten Essensplatten vom Abendmahl? In welchem Hotel kommt eine einheimische Nachbarin einfach mal spontan durchs Balkonfenster rein, nur um mitzuteilen, dass sie die Trommelübungen nicht stören und sie Musik gerne mag? In welchem Hotel kommt man zwei Stunden nach Frühstückende in den Speisesaal und die Köchin bereitet einem wie selbstverständlich ein Spezialfrühstück zu, das das reguläre bei weitem übertrifft?
Ja, all diese unglaublichen Luxusmärchen drehen sich um denselben Ort: Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen. Ich weiß, nach diesem Artikel wird nichts mehr so sein, wie es war, weshalb ich hiermit vorschlage, den Altenkirchnern den Zusatz “Grand Hotel” zu verleihen. Möglicherweise erhört mich mein Freund Wes Anderson und berücksichtig im zweiten Teil seines Hotel-Epos` diesen wunderschönen Ort.
Ich freu mich jetzt schon drauf: The Grand Hotel Altenkirchen!!!






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