Neues aus der Playmobeat-Ecke:
9. Juni 2014


…und alle Schlagzeuger schwitzen. Im Augenblick befinden wir uns in einer kleinen Erhohlungspause und ein frisches Lüftchen bahnt sich schon langsam seinen Weg.
Jeder spielt im Augenblick mit anderen Bands und somit bleibt nicht viel Zeit für Playmobeat. Aber auch das wird sich wieder ändern.
Im August spielen wir gemeinsam beim Uhlandstrassenfest in Berlin und im September geht es ab nach Italien. Wir halten euch auf dem Laufenden. Jetzt erstmal Eisessen…


Bis die Tage, Andi, Chris und David






David Pätsch schreibt

Die Montags-Kolumne


Seit einiger Zeit schreibe ich über Rockdrummer und ihre Schlagzeugsoli. Die Recherche ist von der Suche im Internet geprägt. Da meine schreiberischen Ergüsse auch im Internet nachzulesen sind, brauche ich neben Soundbeispielen auch Transkriptionen und einen leicht zu lesenden Text mit interessanten Begebenheiten aus dem Leben des jeweiligen Trommlers.
Da fängt das Dilemma an.
Nicht jeder Schlagzeuger hinterlässt – abgesehen von Konzerten und Tonträgern – verwertbare Spuren.
Zumindest gibt es dann keine amüsante Begebenheit oder eine Drogensucht mit anschließenden Exzessen, die überliefert wurde.
Ich habe den Eindruck, dass dann ein Musiker sein Leben lebt, der nur Musik macht und keine extravaganten Hobbys hat wie das Sammeln und Fahren von Rennwagen oder das Horten von Nazi-Uniformen in seiner Wohnung. Oh, da habe ich mich geirrt, bei Letzterem handelt es sich um die Liebhaberei eines Bassisten und Sängers.
Zurück zur trommelnden Zunft, wo doch neben den Nur-Musikern auch wahre Könner des expressiven Lebensstils zu finden sind. Da gelingt ein Text von mir mit einem Lächeln auf den Lippen angesichts dieser Ansammlung von verrückten Geschichten über einen einzigen Schlagwerker.
Hätte denn nicht Keith Moon ein paar seiner Aktivitäten neben der Bühne an Ian Paice abgeben können? Paice ist ein Nur-Musiker, der über Jahrzehnte immer gut trommelt, manchmal so gut, dass es einen in der Schlagzeugerseele tief berührt, aber dabei nachweislich nie sein Instrument in die Luft gesprengt hat. Seine Mitmusiker sind dadurch auch nicht taub geworden. Ihm kann noch nicht mal eine Aggression gegenüber Paparazzis nachgesagt werden und es gibt keine Berichte über einen speziellen Fetisch.
Was waren das für tolle Charaktere wie Ginger Baker, der sich mit jedem angelegt hat, verbal und körperlich.
Die USA und einige Länder Afrikas haben ein mehrere Jahrzehnte geltendes Einreiseverbot gegen ihn verhängt. Man muss einiges anstellen um einen Staat so zu reizen.
Eine meiner Lieblingsgeschichten stamm aber von Keith Moon, der sich im Wagen auf der Fahrt zum Flughafen befand. Kurz vor der Ankunft sagte er den mitfahrenden Pete Townshend und John Entwistle, er müsse umkehren und zum Hotel zurückfahren. Es sei sehr wichtig, da er etwas vergessen habe. Die zwei waren darüber nicht amüsiert, weil sie dadurch eventuell ihren Flug verpassen würden. Trotzdem wurde gewendet und kurz vor dem Hotel auf Moon gewartet. Dieser kam erleichtert nach ein paar Minuten zurück. Wieder auf dem Weg zum Flughafen fragte Townshend Moon, was er vergessen hatte. Dieser erwiderte, er hätte vergessen den Fernseher zu zerstören und das Hotelzimmer zu verwüsten.






Und das gab's letzte Woche:

Andi Bühler schreibt

Die Montags-Kolumne


Superkräfte
Gestern haben wir eine Schnecke am Lagerfeuer gebraten. Ich kann mir vorstellen, dass das der ein oder andere nicht gut findet. Sorry, ich kann auch nichts dafür. Die Schnecke war ganz plötzlich da. So schnell kann man gar nicht kucken. Einmal im Leben bekommt jedes Lebewesen die Chance, über sich hinaus zu wachsen und ist im Stande, Dinge zu tun, die ihm niemand zugetraut hätte. Leider ist der Zeitpunkt nicht planbar. Dies zu steuern bleibt der Natur vorbehalten – sie hat ja sonst nichts zu lachen. Ein gutes Karma bringt vermutlich Vorteile und im Falle eines extrem Hilfsbereiten und gutmütigen Zeitgenossen lässt die Natur im Zweifelsfall auch mit sich reden. Die Schnecke hatte kein gutes Karma. Vielleicht war es der verstorbene Nachbar, der sich immer über unseren Schlagzeuglärm beschwert hat, der uns da in die Glut lief. Jedenfalls hat die Once-in-a-lifetime-opportunity einen entscheidenden Nachteil: es gibt sie nur einmal!
Hätte die Schnecke (bzw. der Nachbar) das gewusst, wäre sie bestimmt nicht in Windeseile ins Feuer gestürmt, um dann feststellen zu müssen, dass sie nun doch wieder so lahm ist als wie zuvor.
Ich wünsche euch allen, dass ihr eure Chance frühzeitig erkennt und eure gewohnten Stärken und Schwächen dabei nicht vergesst!
Und falls ihr doch über die Stränge schlagen solltet, warte ich auf euch mit einer kleinen Gabel und nem Döschen Kräuterbutter. Schnecken sind eine meiner Leibspeisen!






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