Neues aus der Playmobeat-Ecke:
9. Oktober 2014


Wir hatten vier unglaubliche Tage in Italien bei der Percussion Art Society.
Neben einem dreitägigen Contest, wo wir zusammen mit Zoro the Drummer von früh bis spät in der Jury saßen, gaben wir Konzerte und Workshops.
Die wenigen Fünfminutenpausen durften für erholsame Bäder in der Adria genutzt werden und so sind wir nun frisch und motiviert für neue Untaten.
Mit einem befreundeten Theaterregisseur arbeiten wir an unserer Show. Das ist das erste Mal, dass eine vierte Person uns auf die Finger hauen darf.
Wir sind sehr gespannt und freuen uns auf Kritik und Anregungen.
Das erste Ergebnis könnt ihr euch am 26. Oktober in Berlin reinziehen.


Bis die Tage, Andi, Chris und David






Andi Bühler schreibt

Die Montags-Kolumne


Umstellung

Jaja, die Zeitumstellung macht uns allen zu schaffen. Wenn man Samstag Nacht um 3 Uhr extra aufstehen muss, um alle Uhren eine Stunde zurück zu stellen, kann das dem ein oder anderen noch tagelang nachhängen.
Wenn es nur eine Uhr wäre! Aber was erzähl ich euch da…
Im Vergleich zur Möbelumstellung ist das Drehen eines Stundenzeigers jedoch ein überschaubarer Aufwand. Seit zwei Wochen räume ich unsere Wohnung von links nach rechts, von hinten nach vorne und von oben nach unten.
Also natürlich nicht die Wohnung, sondern das Inventar – Schränke, Bett, Katzen…
Trotz penibler Beachtung aller Ratatouille-Regeln klappt es aber irgendwie nicht. Man merkt das am ehesten nachts. Wenn man nach der lauwarmen Milch und der Gutenachtgeschichte immer noch nicht schlafen kann und am nächsten Tag die Augenringe das eigene Spiegelbild verdecken, hat man das Bett wieder über ne Wasserader geschoben, oder der Fernseher des Nachbarn steht unmittelbar auf Kopfhöhe auf der anderen Seite der Wand.
Ich bin jetzt bei Position 5 angelangt. Die ganz großen Schränke wollte ich noch unberührt lassen, aber es hilft nichts – heute muss es passieren. Alles leeren, mit nem Kumpel die Eichenschränke ins Nebenzimmer und dann wieder füllen. Das macht mir keinen Spaß. Aber vielleicht können wir dann heute besser schlafen und endlich die Zeitumstellungsnacht abarbeiten.
Wenn das noch immer nicht die richtige Position sein sollte, werd ich wohl einen Zwischenarbeitsgang einlegen und unter alle Möbel kleine Rollen schrauben. Dann kann man nach Lust und Laune mischen, bis die erwünschte Position erreicht ist. Das klingt aufwändig, aber mal ehrlich, wenn man sonst keine Probleme hat, geht’s doch, oder!?
Und was hat das nun schon wieder mit Schlagzeugspielen zu tun?
Is doch klar:
Stehn die Trommeln falsch herum, machst du dir den Buckel krumm.
Kommst ans Becken du nicht ran, haste’s zu weit rauf getan.
Doch hast du’s richtig umgestellt, gibt’s nichts Schönres auf der Welt!






Und das gab's letzte Woche:

David Pätsch schreibt

Die Montags-Kolumne


Kernkompetenz
Als Musiker ist man oft unterwegs und die eigene Wohnung steht leer. Für ein paar Nächte ist dieser Leerstand zu verschmerzen, aber wenn es sich um mehrere Wochen handelt, tun einem die ungegossenen Pflanzen leid.
Es handelt sich auch schlicht um eine Ungerechtigkeit, wenn so viele Menschen eine Bleibe in Berlin suchen und in meiner Butze die Spinnenweben von der Decke wachsen.
Also teilte ich den gewogenen Wohnungssuchenden mit, dass eine Zwischenvermietung meiner Wohnung als Zeichen der Solidarität unter den Völkern stattfinden könnte.
Ich schreibe bewusst Völker, weil ich während der Besichtigungstermine Menschen aus allen Kontinenten kennenlernen durfte.
Kat, Divanjee, Trae, Carvalho waren mir als Vornamen nicht geläufig.
Dagegen sind Francesco, Tomek und Chiara fast schon langweilig.
Ich habe mir vor den Terminen vorgestellt, wie eine Chiara aussieht und was sie in Berlin vorhat. Ob es ein Mann oder eine Frau oder schlichtweg unentschlossen im Bezug auf das Geschlecht ist. Eher eine Partymaus oder ein hart arbeitender Mediziner aus Tansania mit Stammesnarben im Gesicht? Könnte mir Chiara bei meinen Computerproblemen helfen oder gleich bei der Begrüssung im Wohnungsflur ihren Namen tanzen?
So verschieden ihre Geschichten und ihre Wesen waren, so hatten alle eines gemein:es gab nicht einen Job mit dem sie Geld verdienen, sondern viele.
Mein Spitzenreiter arbeitet als Booker und Übersetzer und ist Teil eines Zusammenschlusses von Veranstaltern in Berlin. Nicht zu vergessen seine Kompetenz in der Werbebranche und als Musiker. Fast keiner sprach deutsch, was weniger ein Problem für mich darstellt, wenn die englische Sprache eine gemeinsame Lösung ist. Interessanterweise ist diese in Italien und Spanien nicht so vertraut wie in Skandinavien oder Asien. Ich habe mich dann gefragt, wer Francesco (Name von der Redaktion geändert) einen Job als Verkäufer in einer Aufbackstube gegeben hat? Ohne Deutschkenntnisse und mit rudimentärem Englisch geht so etwas wohl nur in Berlin:
Imaginärer Kunde (IK) “Ik hätte jerne zwee Schrippn.”
Francesco (F) “Si, due alora tu Tschrippn.”
IK: “Korrektemang, und leg gleich nochn Schustajungen druff.”
F: “Husterjungentruff?”
Wer also etwas erleben will trifft Menschen. Wer aber dabei nicht aus dem Lächeln herauskommen will, trifft sie in Berlin. Am besten beim Untervermieten seiner Wohnung.






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