Meditieren auf höchstem Niveau…


Neues aus der Playmobeat-Ecke:
28. März 2015


Das war ein sehr schöner Abend im Blue Tap zu Berlin! Viele Leute, tolle Stimmung und ohrenbetäubende Trommlerei. Bald geht es weiter. Nächster Halt: Wiesbaden. Und danach geht es ab in den Süden. Das wird ein Fest!


Bis die Tage, Andi, Chris und David






David Pätsch schreibt

Die Montags-Kolumne


Die Welt ist aus den Angeln gehoben. Besser gesagt, ist es nicht die Erde, sondern die Menschen, die auf ihr leben. Das zeigt sich in Konflikten, wie kriegerischen Auseinandersetzungen, sowie dem Intimsten, was wir zu geben gewillt sind.
Bisher galt das Prinzip: Wenn eine, zwei oder mehrere Personen Lust auf Sex miteinander haben, ist dieser Wunsch legitim. Das gilt bis auf wenige Ausnahmen, wie Inzucht und Minderjährigkeit.
Das bedeutet im Gegenschluss, dass es auch legitim ist, keinen Sex und keine Lust darauf zu haben.
Sexlos glücklich werden war kein Vorrecht von Nonnen, sondern durfte von jedem frei gewählt werden.
Seit einiger Zeit gibt es ein Präparat, welches die Lust stimulieren soll.
Ich meine nicht Viagra, sondern eine Lustpille für die Frau.
Für mich impliziert das: Eine Frau, die keinen Sex hat, wird vom Pharmahersteller als krank angesehen. Eine Art Defekt, der mit Chemie behoben werden muss.
Das Besondere ist die Wirkungsweise dieser Pille. Sie wirkt sich auf das Gehirn und die Psyche aus. Ursprünglich als Antidepressivum entwickelt, sind Nebenwirkungen wie
Übelkeit, Schwindel und Ohnmacht möglich. Man darf die vermeintliche Medizin nicht zusammen mit Alkohol einnehmen. Ich stelle mir vor, wie sich ein Paar zum romantischen Essen verabredet und dabei ein paar Gläser Wein leert. Statt eines Koitus, kommt es zum Interruptus durch den Gebrauch der Kloschüssel. Ein weiteres Highlight des Abends wird der Notarzt sein, der als Überraschungsgast firmiert.
Die positive Wirkung des Präparats ist umstritten. Es muss jeden Tag eingenommen werden und entwickelt seine Wirkung erst nach vier Wochen und die auch nur bei der Hälfte aller Probanden. In der Praxis hat das zu einem Mal mehr Sex im Monat geführt.
Nur gut, dass zu der weit verbreiteten Kontrazeptiva ein weiteres Stück Chemie in den weiblichen Körper Einzug halten soll.
Für mich stellt sich die Frage, warum ich auf einen Zeitvertreib Lust bekommen soll, auf den ich keine Lust habe? Und warum dafür einschränken (Nebenwirkungen)?
Jeder, der etwas reflektiert ist, weiss, dass Sex im Kopf beginnt. Ich möchte nicht über die Unterschiede von Frauen und Männern im Stile von Herrn Barth lamentieren. Eines steht fest: Das grösste Sexualorgan ist das Gehirn und die Gedanken von Frauen über die körperliche Liebe sind komplexer und umfassender als die eines Mannes. Dies als Bereicherung zu erkennen, könnte als Ansporn dienen, sich über einen langen Zeitraum auf die Dinge zu konzentrieren, welche Vorraussetzung zum Sex sind: Nähe, Vertrauen, Zuneigung und Entspannung. Erst dann entsteht die Lust.






Und das gab's letzte Woche:

David Pätsch schreibt

Die Montags-Kolumne


Flyswatter
Die Geschichte interessiert mich. Insbesondere die des Drum Sets. Eine Information erlangte ich erst letzte Woche, wonach Schlagzeuger, oder genauer gesagt Trap Drummer, mit Fliegenklatschen spielten. Das ganze passierte ca. 1920. Ein Trap Set hatte damals einige Contraptions (daher der Name) wie koreanische Tempelblöcke, türkische Becken, Chinesische Toms und Becken. Das Instrumentarium wurde von den Einwanderern in die USA gebracht und in das bestehende Set aus Großer Trommel und Snare Drum integriert. Die Große Trommel hatte damals andere Dimensionen. Bis zu 40” Fellgrösse waren keine Seltenheit. Im Vergleich ist der heutige gebräuchliche Durchmesser von 22” etwas für Zwergentrommler.
Mit diesem Instrumentarium saß der Trommler inmitten seiner Ragtimeband, begleitete einer der zahlreichen Vaudeville-Shows oder einen Silent Movie und war zu laut im Vergleich zu den anderen Instrumentalisten. Damals gab es keine Instrumentenverstärker, insbesondere für den Kontrabass. Der hatte Darmsaiten und war noch leiser als mit den stahlumwobenen Saiten heutiger Tage. Also, wie Abhilfe schaffen? Um den Kontrabass zu verstärken, wurde eine Podest als zusätzlicher Resonanzkörper gebaut, in dem der Stachel des Instrumentes steckte. Nach dem Motto: Mehr Luft, die schwingt, bringt mehr Lautstärke. Trotzdem konnte diese Konstruktion zu wenig gegen die Dezibelwerte der Schlagzeuger ausrichten.
Ein trommelnder Daniel Düsentrieb hatte die Idee, Schlagzeugstöcke gegen Fliegenklatschen auszutauschen. Mit diesen spielte er wie gewohnt seine Rudiments und den Two-Beat-Groove passend zur Musik. Jetzt war der Drummer wesentlich leiser.
Als Hintergrundinformationen sollte man wissen, das die Fliegenklatschen in den Roaring Twenties aus Metallspiralen und einem Griff bestanden, also damit unserem heutigen Schlagzeugbesen sehr ähnlich sind. Verschiedene Drumcompanies bauten die Fliegenklatsche nach und nannten sie Brushes, nachdem nicht nur wie mit Sticks geschlagen, sondern auch gewischt wurde.
Insofern bin ich gespannt, wie groß die Akzeptanz meinem derzeitigen Lieblingsschlägels gegenüber sein wird. Ich hoffe, dass die Konstruktion aus einem Tennisball, welcher an der Spitze des Rundholzes in der Grösse eines Staffelstabes befestigt ist, Verbreitung findet. Ich nenne die Erfindung “Rummser”.






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