Neues aus der Playmobeat-Ecke:
9. Juni 2014


…und alle Schlagzeuger schwitzen. Im Augenblick befinden wir uns in einer kleinen Erhohlungspause und ein frisches Lüftchen bahnt sich schon langsam seinen Weg.
Jeder spielt im Augenblick mit anderen Bands und somit bleibt nicht viel Zeit für Playmobeat. Aber auch das wird sich wieder ändern.
Im August spielen wir gemeinsam beim Uhlandstrassenfest in Berlin und im September geht es ab nach Italien. Wir halten euch auf dem Laufenden. Jetzt erstmal Eisessen…


Bis die Tage, Andi, Chris und David






David Pätsch schreibt

Die Montags-Kolumne


Betrug

Als vor ein paar Monaten im Zweiten Deutschen Fernsehen betrogen wurde, wusste niemand, welche Auswirkungen der Fall haben würde.
In der Sendung “Deutschlands Beste!” wurde das Ranking bewusst auf die Anwesenheit bestimmter Gäste zugeschnitten.
Es handelt sich um ein Format, bei dem Wertungen in Form von Listen erstellt werden. (z.B. der wichtigste Deutsche, der schönste Park Deutschlands usw.)
Nun bin ich kein Fernsehkonsument, aber ein passiv Abhängiger sozialer Medien. Eine Formulierung ist dort oft anzufinden: „ XY ist der Beste!“
Millionen von Facebook- und Youtube-Konsumenten können nicht irren und sind im Besitz der Wahrheit.
Nehmen wir den Fall eines Schlagzeugerpornos, in dem Trommler XY seine neuesten Chops zeigt.
Kurz nach Veröffentlichung erscheinen Lob und Bewunderung seitens der Konsumer in der Kommentarfunktion.
Dann kommt der kritische Punkt, an dem jemand seine anders lautende Meinung zum Besten gibt.
Wie ein Schwarm greift im Netz die Mehrheit an und verkündet Dinge wie: „…der beste Drummer der Welt…“, oder „Wie kann man nur behaupten, XY sei nicht der Beste.“
Es gibt ein Lied der Gruppe Knorkator, welches diese Art der Meinungshoheit sehr gut darstellt. Ich glaube es heißt „Du nich“.
Bei dem Kommentar: „…der beste Drummer der Welt…“ wird mir ganz anders.
Ich mag mir nicht den besten Politiker der Welt vorstellen. Da wären der national denkende Berliner aus Oberschöneweide und ich uns nicht einig.
Man denke nur an die ideale Frau und daran, wie sich gerade diese Ideale nach Kultur und Herkunft unterscheiden.
Im hinduistisch geprägten Indien gilt ein nackter Frauenbauch als gesellschaftlich korrekt bekleidet wogegen eine nackte Schulter die Männer so anmacht, dass es tunlichst vermieden werden sollte, diese zu entblößen. Die Schulter, nicht die Männer.
Genau diese Differenzierung täte auch dem vermeintlich besten Drummer der Welt gut. Vielleicht reicht auch ein Kommentar wie dieser: “Schlagzeuger XY ist für mich ein Hammertrommler. Es gibt natürlich viele andere, aber mich hat XY sehr beeinflusst und ich bin zugegebenermaßen ein Fan von ihm.”
Ich hätte nichts dagegen, wenn einmal dieser Kommentar über mich geschrieben würde.
Dabei fällt mir ein, dass man sich in einem asiatischen Land Facebookfreunde kaufen kann.
Ich vermute, dort sind auch angenehme Kommentare käuflich zu erwerben.
Ich schreib da gleich mal hin.






Und das gab's letzte Woche:

Andi Bühler schreibt

Die Montags-Kolumne


Wenn ich möchte, dass sich eine Miniatur-Helmut-Kohl-Statue in die Höhe erhebt, muss ich entweder Magie der Dritten Stufe anwenden, oder sie in die Hand nehmen und hochheben.
Um unsere Miniatur-Helmut-Kohl-Statue dazu zu bringen, auf die Erde zu fallen, kann ich Magie der Siebten Stufe anwenden oder ich lasse sie einfach los.
Zweiteres fällt dem Allgemein-Menschen, zu dessen Spezies ich mich hiermit einmal zählen möchte, im Großen und Ganzen leichter. Ich hebe die Statue hoch – sie erhebt sich in die Luft. Ich lasse sie los – sie fällt zu Boden.
Ein Prinzip, das uns bezüglich Miniatur-Statuen von Altkanzlern allen bekannt sein dürfte.
Doch wie verhält es sich mit anderen Gegenständen? Was, wenn es sich beispielsweise um einen erfolgreich integrierten holländischen Showmaster handelt, dessen Miniatur-Statue wir in die Luft und zu Boden bringen wollen?
Erwiesene richtige Antwort: wir befördern den Miniatur-Rudi-Carrell kraft unserer Hände und Arme oder durch Magie der Dritten Stufe nach oben und benutzen entweder Magie der Siebten Stufe oder das Prinzip des Loslassens, wenn er wieder nach unten soll.
So, und nun die alles entscheidende Frage:
wer hat mehr Muskeln – derjenige, der sich hauptsächlich mit dem Hochheben oder dem Fallenlassen von Miniatur-Statuen jeglicher Art befasst?
Ich verweise an dieser Stelle auf den uns allen bekannten Physiker Isaac Newton, der zu beweisen wusste, weshalb der Apfel, der ihm auf den Kopf gefallen war, einer gemeingültigen Kraft unterworfen ist, der kein Objekt des Universums, auch keine Miniatur-Statue, entkommen kann: die Gravitationskraft.
Alles will nach unten! Die Erdanziehung erledigt das ohne mit der Wimper zu zucken. Es braucht also keine Muckiberge, um etwas nach unten zu bringen. Man kann Magie verwenden, aber so ein Zauberspruch ist extrem aufwendig und steht in keinem Verhältnis. Die Gravitationskraft ist immer da, auch ohne Beschwörungsformel. Nutzen wir sie!
Ich durfte gestern wieder einem Drummer-Kollegen über die Schulter schauen und musste mit Entsetzen feststellen, dass er wohl noch nie etwas von Newton, geschweige der Gravitationskraft gehört hatte.
Eine Bildungslücke, die das Leben eines Schlagzeugers zur Hölle werden lässt.
Stellt euch vor, ihr müsstet bei jedem Schlag den Stick durch eure Muskelkraft zuerst nach oben in die Luft heben und dann mit dem selben Kraftaufwand wieder nach unten auf das Trommelfell drücken.
Welch unvorstellbare Ackerei! Die Armmuskulatur des werten Kollegen war dementsprechend ausgeprägt und angespannt.
Der Respekt vor den mir gegenüberstehenden Bizepsen verleitete mich dann schlussendlich jedoch dazu, den folgenden Tipp in diesem Moment für mich zu behalten und ihn nur heute für euch und unter uns auszusprechen:
Bitte entspann dich! Bring die Stöcke nach oben und überlasse den Rest der Schwerkraft. Dann fangen Trommeln und Becken an zu schwingen und keiner im Publikum bekommt nen Herzinfarkt vom Zuschauen.
Ich liebe Physik!






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