19.11.2011 | Gießener Anzeiger

„Drumbassadors“ und „Playmobeat“ führen virtuos vor, wozu Schlagzeuge fähig sind


Die drei Musiker von „Playmobeat“ beweisen, dass Geschwindigkeit und Fingerfertigkeit keine Hexerei sind. Foto: Friese

(ies). Am Donnerstagabend fand im Fachbereich der Musikwissenschaften der JLU Gießen ein erneutes Deutschland-Holland-Spiel statt. Allerdings ging es diesmal nicht um das runde Leder; vielmehr spielten Drumm-Sticks und große Schlagzeuganlagen eine Rolle.

Veranstaltet vom Musikhaus Schoenau boten die Schlagzeug-Combos „Drumbassadors“ aus Holland und „Playmobeat“ aus Berlin ein spannendes Match, in dem es allerdings nur Gewinner gab.

Auftakt machte „Playmobeat“ mit verschiedensten Musikstücken. Wer bei einem reinen Schlagzeugkonzert lediglich harte, laute Beats erwartete, irrte. Was die drei Jungs der Berliner Truppe auf Trommeln, Fußboden und auch mal den Stühlen der Zuschauer so alles zusammentrommelten, war weit entfernt von purem stampfenden Krach. Von sanften Tönen, unterlegt mit Rasseln und Becken, bis hin zu temporeichen, kraftvollen Stücken, die sofort in die Ohren und in die Beine gingen, auch wenn zum Tanzen leider wenig Platz war. Aber auch für die Augen gab es erstaunliche Momente, jonglierten die drei Jungs doch so gekonnt mit den Sticks, dass allein dieser Anblick das Publikum in absolute Höchstlaune versetzte und zu Szenenapplaus an diesem kalten tristen Herbstabend verlockte. Mit „Playmobeat“ haben sich drei Drummer einen Traum erfüllt: Eine für das Publikum mitreißende und für die Spieler jede Sekunde herausfordernde Show auf die Bühne zu bringen, die ausschließlich mit drei Schlagzeugen dargeboten wird. Inspiriert von Rhythmen aus der ganzen Welt und ihren Erfahrungen aus zahlreichen Bandprojekten, zeigen David Pätsch, Andi Bühler und Chris Heiny einen einzigartigen Musik- und Groovemix. Die unterschiedlichen Hintergründe der drei Schlagzeuger erklären die Vielfalt und den Ideenreichtum.

David Pätsch war jahrelang Mitglied der Band „Subway to Sally“ und lernte den eher rock- und pop-orientierten Drummer Chris Heiny bei der „Blueman Group“ kennen, wo die beiden seit einigen Jahren gemeinsam die Massen begeistern.

Dann legte das holländische Duo „Drumbassadors“ gewaltig nach. Teils von absoluter Synchronität hin zu ergänzendem, melodischen Spiel, mag der Zuhörer kaum glauben, das hier nur zwei Schlagzeuger am Werk sind. Rene Creemers und Wim DeVries kombinieren in ihrer unnachahmlichen Art europäische, afrikanische und amerikanische Grooves, Sounds und Loops. Ausgangspunkt in ihren Stücken und Improvisationen sind häufig kleine musikalische Themen, die sich aus einfachen Formen entwickeln und dann eine zentrale Position in den Stücken einnehmen. Die „Drumbassadors“ musizieren so „Melodien“ auf ihren Schlaginstrumenten und erzeugen virtuos alle denkbaren Klangfarben, die sie mit den unterschiedlichsten Sticks, den Händen oder anderen ungewöhnlichen Gegenständen erzeugen.

Ein lauter Abend voller Rhythmus und Melodie, gepaart mit akrobatischem Spiel - für alle Sinne ein Genuss.
18.05.2011 | Gießener Allgemeine Zeitung

Drei Profis schlagen los



Foto: Marco Hammer

Gießen. Drei Schlagzeuger auf einem Haufen, da kann man sich so einiges vorstellen. Was das Trio Playmobeat am Mittwoch um Jugendzentrum Jokus auf die Bretter brachte, lie0 irgendwelche Erwartungen schnell versickern, so musikalisch, originell und kompetent zeigten sich die drei Drummer. Das Publikum war hingerissen.

Drei Drumsets stehen in der Mitte des Raumes, die etwa 100 Zuhörer sitzen um sie herum. Erst sind die Instrumente noch schwarz abgedeckt, doch das hält die drei Gäste nicht davon ab, den Auftakt schon mal leise „durchs Tuch“ zu spielen. Es bleibt nicht der einzige ungewöhnliche Teil des Konzerts.
Andi Bühler studierte an der Swiss Jazz School und am New Yorker Drummer’s Collective, Chris Heiny ist festes Mitglied der Blue Man Group, David Pätsch spielte lange bei Subway to Sally und der Blue Man Group. Drei Profis also. Schnellstens klärt sich, dass man nicht drei Solisten am Schlagzeug hört, sondern dass hier Musik gemacht wird. Nachdem man sich an die atemberaubende Geschwindigkeit gewöhnt hat, beginnt man die verschiedenen Klangstrukturen zu unterscheiden, bemerkt die traumhaft sichere Interaktion zwischen den Musikern und entdeckt schließlich regelrechte Melodielinien. Zudem herrscht ein sagenhaft eleganter Groove und dann beginnt man einfach, diesen drei Spitzenmusikern zu lauschen.
Sie strahlen zudem Fröhlichkeit aus, man spürt, dass sie gerne zusammen spielen. Und sie sind auch artistisch begabt. Echte Showmänner. Hier ein gedehnter Ton auf einem Tom, da ein bisschen Geklapper auf den Stöcken, ab und zu heben alle drei dramaturgisch wertvoll die Hände, und ihre Ansagen sind ebenfalls heiter. Langsam aber sicher füllt sich der Saal mit guter Laune. Nach einem Intermezzo (Bassdrum und Snare) am Kleinen Set kommt es zu einem der vielen Höhepunkte: In „Grupas Gene“, dem Stück über Schlagzeuglegende Gene Krupa, zeigt sich nicht nur der zwanglose Witz des Trios. Vor allem erklingen gleichsam im Originalton einige der charakteristischen Figuren und Läufe, für die Krupa Weltruhm erlangte; so als wäre er im Saal. So neigt sich ein Abend mit nicht enden wollendem Abwechslungsreichtum, mitreißendem Groove und heiteren Intermezzi dem Ende zu, an dem wirklich gar kein langweiliger oder musikalisch banaler Moment zu verzeichnen war. Fazit: Spitzenklasse! (Heiner Schultz)
28.05.2011 | Butzbacher Zeitung

"Playmobeat" begeistert Weidigschüler




Das Berliner Drumensemble Playmobeat legte auf seiner Deutschlandtournee in der Mensa der Butzbacher Weidigschule einen kurzen Stopp ein.

Butzbach. Im Rahmen eines Workshops bekamen Schüler der Grundkurse Musik Einblicke in die Welt des Schlagzeugs. Neben eindrucksvoll vorgeführten Kompositionen des Ensembles konnten die Schüler auch eigene Grooves, unter Anleitung der Profimusiker, selbst ausprobieren. Insgesamt war es ein großes Ereignis, das Schülern und Drummern gleichermaßen Freude bereitete und den Schulalltag bereicherte.
26.11.2010 | Badische Zeitung

Who let the Drums out




Die Berliner Band Playmobeat zeigte in Kollnau, wie man die Schlagzeuge so richtig losgehen lässt.

Waldkirch. In Kollnau fand ein musikalischer Abend der besonderen Art statt: Das Schlagzeug-Trio Playmobeat bot auf Einladung des DrumHouse im Haus der Jugend neben einem Konzert uch einen Workshop für Schlagzeuginteressierte. Den Abend begannen die drei Jungs mit dem Workshop. Zu Beginn gab's einige Aufwärmübungen, bei denen es vor Allem um die Koordination von Händen und Beinen ging. Danach wurde den etwa fünfzehn Teilnehmern beigebracht, wie sie mit einfachen Rhythmen einen einfachen Groove entwickeln konnten. Als Methode hierzu wurde ihnen der Paradiddle gezeigt, eine Kombination aus Einzel- und Doppelschlägen, mit denen sich immer komplexere Rhythmen aufbauen lassen. Nach dieser Einheit hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich selbst als Schlagzeug-Trio auszuprobieren. Zwar brachten die meisten Teilnehmer Vorkennntnisse am Schlagzeug mit, aber hier kam es vor Allem darauf an, miteinander zu kommunizieren ohne sich durch die verschiedenen Schlagrhythmen der Anderen irritieren zu lassen. Auf den Workshop folgte dann der Auftritt der Band Playmobeat. Chris Heiny, Andi Bühler (die beiden stammen aus dem Elztal) und David Pätsch haben sich mit dieser Band in Berlin einen Kindheitstraum erfüllt, nämlich eine für das Publikum mitreißende Show auf die Bühne zu bringen, die ausschließlich mit drei Schlagzeugen dargeboten wird. Im vollbesetzten Haus der Jugend konnten sich die Zuhörer an einem Klangerlebnis der besonderen Art erfreuen. Nicht nur die musikalische Klasse der drei Jungs, sondern auch ihre Show und Nähe zum Publikum machten den Abend zu etwas ganz Besonderem. So konnte man sich neben ihren unvergleichbaren Schlagzeugfähigkeiten auch an so mancher gesanglicher Darbietung erfreuen. "Who let the drums out?" (nach Bahama Men's "Who let the Dogs out") war nur eines der Lieder, die das Publikum begeisterten. Ein Geheimtipp für alle Freunde von ausdrucksstarker Musik. (Joel Perin)


16.11.2010 | Stimme.de

Aber nicht ohne meinen Paradiddle



Die Berliner Drummer widmeten ihr Spiel der Schlagzeuglegende Gene Krupa:
Playmobeat in der Ebene 3. Foto: Dennis Mugler

Mit einer Explosion beginnen und sich dann ganz langsam steigern. Darunter machen es die sympathischen Berliner Schlagzeuger nicht.

Heilbronn. Die Ohren sausen, ein Himmelreich für ein Päckchen Oropax, doch das Publikum in der pickepackevollen Ebene 3 kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Was stellen die drei Jungs von Playmobeat nur an. Seit einem Jahr spielen Andi Bühler, Chris Heiny und David Pätsch, bestens verknüpft in der Berliner Rockszene, in einer jener Formationen zusammen, die man landläufig als Schlagzeugtrio definieren könnte: Nur eben eine entschiedene Nummer größer.

Als rockiges Schlagzeugtrio treten Andi, Chris und David auf, ein Trio, das alle Dimensionen sprengt. Sage und schreibe drei riesige Batterien dominieren den Klub, drei Schlagzeuge, die, zusammengebastelt zu einem beleuchteten Gesamtkunstwerk, mitten im Publikum stehen. Das geheimnisvolle schwarze Tuch wird gelüftet. Und los geht das wilde Treiben. Ein paar Grundpattern haben sich die Playmobeats, die gelegentlich auch schon mal in der Blue Man Group mitgewirkt haben, zurechtgelegt. Grundmuster, auf denen sich Soli entwickeln lassen. Mit Stimmungen arbeiten sie, mit Rock-Grooves, mit Call and Response-Geschichten, wie man sie auch aus dem Jazz kennt.

Wer wollte es ihnen verdenken, dass sie ihr Spiel Krupas Genen widmen. Welch eine köstliche Verbeugung vor Benny Goodmans Leib- und Magenschlagzeuger Gene Krupa, der als erster eigenständiger Schlagzeuger in die Jazzgeschichte eingegangen ist. Aber wie die drei Schlagzeuger mit dem Publikum plaudern, schrill mit dem Megafon nämlich, das hat eigenen Charme.

Eingeladen von der Bad Rappenauer Musikschule Pro Drum, hatte man sich bereits am Nachmittag in einem kleinen Workshop beschnuppert. Doch jetzt verlassen Playmobeat die Grundübungen, in der Drummer-Szene schlicht "Rudiments" genannt. All die Paradiddles, Flam Taps und Ratamacues sind vergessen. Sie wollen dem Publikum etwas mitgeben. Schließlich sind sie, wie sie mit einem ironischen Unterton anmerken, auch soziale Wesen.

Eine intime Fragerunde folgt. Man sollte sich unbedingt näher mit dem Paradiddle beschäftigen. Und morgen eine Band gründen. (Michaela Adick)

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